Zurück zur Titelseite

 

 

Pressemitteilung vom 7. November 2000

Zeitbombe im Boden?

GAL fragt nach Rüstungsaltlasten – Untersuchungen verschleppt?

 

Nach Jahren scheinbarer Vergessenheit bringt die GAL-Stadtratsfraktion die in Bamberg gelegenen Verdachtsstandorte für Rüstungsaltlasten wieder aufs Tapet. Die umweltpolitische Sprecherin Petra Friedrich und ihr Kollege Peter Gack haben sich an die grünen Fraktionen in Landtag und Bundestag gewandt und fordern sofortige Sanierungsmaßnahmen.

Zum Hintergrund: Seit 1996 ist bekannt, dass auch in Bamberg, insbesondere auf dem Muna-Gelände Rüstungsaltlasten mit sehr hohem Gefährdungspotential vermutet werden. Die Mitglieder des Umweltsenats beauftragten deshalb im Januar 1997 das Umweltamt, genauere Recherchen vorzunehmen, welche vor einem Jahr abgeschlossen wurden. Das Ergebnis des Umweltamts war nach Angaben von GAL-Stadtrat Peter Gack besorgniserregend: "Man hat dringenden Erkundungsbedarf festgestellt. Im Umweltamt wird vermutet, dass umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig sind."

Seit einem Jahr, so stellte Petra Friedrich nun fest, liegen die Bamberger Ermittlungsergebnisse beim Landesamt für Umweltschutz. Dort sollten sie eigentlich weiter bearbeitet bzw. durch ergänzende Bodengutachten konkret untersucht werden. "Wir wollen nun wissen", so Friedrich, "welche Verunreinigungen sich tatsächlich herausgestellt haben und wann endlich saniert wird." Die GAL sieht den Bund als Verursacher der Altlasten in der Verantwortung, diese schnellstmöglich und gefahrlos zu beseitigen bzw. zu sichern. "Da tickt möglicherweise eine Zeitbombe, und wir wissen nicht einmal, welche Gefahren das für Menschen und Umwelt bedeuten könnte", so die umweltpolitische Sprecherin der GAL.

Friedrich und Gack meinen, dass auch die Stadt selbst verstärkt Druck ausüben sollte. Nach dem geltenden Recht des Bodenschutzgesetzes habe der Oberbürgermeister die Handhabe, den Bund als Schadensverursacher unverzüglich zu Untersuchungs- und Sanierungsmaßnahmen zu zwingen, wenn Gefahr im Verzuge ist. Die GAL will deshalb auch im Stadtrat das Thema demnächst auf die Tagesordnung bringen, damit "die politische Spitze Bambergs einhellig diese Forderung untermauert."