Zurück zur Titelseite

 

Pressemitteilung vom 4. April 2000

GAL beantragt Krisensitzung

... weil Regierung städtischem Haushalt Genehmigung versagt

 

"Wären diese Fakten früher ans Licht der Öffentlichkeit gekommen, wäre die Wiederwahl Lauers keineswegs so sicher gewesen." So kommentierte GAL-Stadtrat Peter Gack die jüngsten Neuigkeiten aus dem Rathaus. Dort bangt man nämlich um den städtischen Haushalt für das Jahr 2000. Die Regierung von Oberfranken als Rechtsaufsichtsbehörde hat angekündigt, dass sie die nötige Genehmigung nur unter drastischen Einschränkungen erteilen werde. Wie die GAL jetzt erfuhr, kam diese Stellungnahme aus Bayreuth bereits wenige Tage vor der Wahl.

Nach Darstellung der GAL-Fraktion teilt die Regierung darin mit, dass insgesamt fast 9 Millionen DM in den Kassen der Stadt fehlen. Die Regierung will deshalb eine Kreditaufnahme nur in Höhe von 10 Millionen DM genehmigen, statt in den von Bamberg gewünschten rund 13,4 Millionen DM. Außerdem darf Bamberg nicht wie geplant Gelder vom Vermögens- an den Verwaltungshaushalt zuführen, d.h. der laufende Verwaltungsbetrieb darf nicht dadurch finanziert werden, dass Investitionsausgaben oder das Vermögen der Stadt geschmälert werden.

"Der Oberbürgermeister, der für diese Finanzmisere verantwortlich ist, hat noch vor ein paar Wochen steif und fest behauptet, den Schuldenberg Bambergs wesentlich abgebaut und die städtischen Finanzen saniert zu haben", sagte Peter Gack. Damit habe Lauer den Wählerinnen und Wählern die volle Wahrheit bewusst verschwiegen.

Die Fraktionsvorsitzende der GAL, Ursula Sowa, erinnerte daran, dass sie bereits bei den Haushaltsberatungen im vergangenen Dezember davor gewarnt hatte, sich leichtfertig auf Jahrzehnte hinaus mit Projekten festzulegen und damit den Handlungsspielraum künftiger Generationen zu zerstören.

Jetzt sieht die GAL-Fraktion keine andere Lösung mehr, als in dieser "dramatischen Situation" eine Krisensitzung der Verwaltungsspitze zusammen mit dem Ältestenrat und den finanzpolitischen Sprechern der Fraktionen einzuberufen. Sie kündigte einen entsprechenden Antrag an OB Lauer an.

Ursula Sowa kritisierte an den bereits bestehenden Sparvorschlägen aus der Stadtkämmerei, dass in erster Linie die freiwilligen Leistungen der Stadt für Jugend, Kultur und Soziales gekürzt werden sollen. Vor allem aber fordert die GAL-Fraktionsvorsitzende, dass nicht nur kurzfristig einzelne Posten gestrichen werden dürften, sondern grundsätzliche politische Entscheidungen getroffen werden müssten, um Bamberg aus dieser "historisch einmaligen Finanzkrise" herauszuholen.