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Pressemitteilung vom 12. November 2001

GAL stellt Koalition in Frage

Antrag für Parteitag: Bombenstopp, kein Bundeswehr-Einsatz

 

Eine klare Haltung der grünen Bundestagsabgeordneten und der grünen Regierungsmitglieder fordert die Bamberger Grün-Alternative Liste GAL beim Afghanistankrieg. In einem Antrag, den die beiden Bamberger Delegierten bei der Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Rostock stellen werden, spricht sich die GAL deutlich gegen eine Beteiligung der Bundeswehr am Militäreinsatz in Afghanistan aus. Der Antrag wurde vom Plenum der GAL vor kurzem einstimmig verabschiedet.

"Eine offensichtlich erfolglose Kriegspolitik darf nicht aus strategischer Ratlosigkeit fortgesetzt werden", heißt es in dem Bamberger Beschluss. Notwendig sei deshalb jetzt der Mut, eine falsche Strategie aufzugeben und endlich die Spirale von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen. Auf keinen Fall dürften Grüne einen Bundeswehreinsatz in Afghanistan mittragen.

"Maßnahmen gegen den Terrorismus dürfen nicht den Werten widersprechen, die mit diesen Maßnahmen verteidigt werden sollen: Humanität, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit", erläuterte die Bamberger Delegierte, GAL-Stadträtin Petra Friedrich. Dass damit ein schwerer Konflikt in der rot-grünen Regierungskoalition ausbrechen könnte, ist der GAL nach Friedrichs Worten bewusst. Die Bamberger GAL gehe in der Konsequenz ihrer Forderung sehr weit: "Bündnis 90/Die Grünen müssen ihre Regierungsbeteiligung dazu nutzen, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln einen unsinnigen Krieg zu stoppen und den Menschen in Aghanistan zu helfen. Wenn das in dieser Koalition nicht geht, dann sollten wir sie verlassen."

Der GAL-Beschluss nennt auch mehrere Alternativen für eine wirksame Bekämpfung des Terrorismus, wie etwa eine militärisch unterstützte UN-Polizeitruppe, einen internationalen Gerichtshof oder einen konsequente Stopp von Finanz- und Waffenlieferungen an terroristische Gruppen und Regime.